Leichte Sprache

Daniel Hopp

Fictional Healing

Transitorte, wie Bahnhöfe oder öffentliche Plätze, sind Räume, an denen gesellschaftliche Brüche besonders sichtbar werden – etwa am Leopoldplatz in Berlin oder rund um das Drob Inn, eine Kontakt- und Beratungsstelle mit Drogenkonsumräumen unweit des Hamburger Hauptbahnhofs. Suchterkrankungen, Obdachlosigkeit und akute Überlebensstrategien treffen hier auf urbane Mobilität, Konsum, Kunst und Kultur. Genau an diesem Kristallisationspunkt setzt Daniel Hopps Arbeit an.

Im Zentrum seiner ersten institutionellen Einzelausstellung steht die mehrteilige Filminstallation Fictional Healing. Darin hinterfragt der Künstler stigmatisierende Narrative über Abhängigkeit und entwirft Bilder von Fürsorge, die neue Handlungsspielräume öffnen. Die immersive Installation verbindet Humor und Ernst und schafft dabei einen Resonanzraum, in dem kollektive Imagination Selbstermächtigung ermöglicht. Ausgehend von eigenen Erfahrungen entwickelte Daniel Hopp in beziehungsorientierten Prozessen gemeinsam mit suchtbetroffenen Menschen dokumentarische und (doku-)fiktionale Filmszenen. Ihre persönlichen Geschichten, Träume und Fantasien wurden in Interviews verhandelt und mit Laiendarsteller*innen und professionellen Schauspieler*innen neu inszeniert. Ergänzend eröffnet eine Reihe von filmischen Porträts Einblicke in die Lebensrealitäten der Protagonist*innen.

Innerhalb einer monumentalen Raumarchitektur verdichten sich Filme und KI-generierte Bilder zu einer eindringlichen Erfahrung, getragen von einer Soundlandschaft, die sich über die gesamte Halle entfaltet. So macht die Ausstellung soziale Brennpunkte sichtbar und zeigt, wie Wirklichkeit, Dokumentation, kollektive Imagination und filmische Fiktion miteinander verschränkt werden – zu einem Werk, das Betroffenen eine Stimme gibt, das berührt, irritiert und Fragen nach Verantwortung, Repräsentation und Teilhabe aufwirft.

Kuratiert von Anna Nowak

Der für die Ausstellung entstandene Film Fictional Healing wurde produziert von Ania Kolyszko (Kreativproduzentin, ania maria wanda).

Daniel Hopp (*1983, Wien, Österreich) studierte an der Hochschule für Bildende Kunst Hamburg, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie am Royal College of Art in London. Er erhielt mehrere Förderungen und Stipendien, u. a. von der MOIN Filmförderung (2025), der Studienstiftung des deutschen Volkes (2022) und der Stiftung Kunstfonds (2021). Seine Arbeiten wurden u. a. gezeigt in Sprink Düsseldorf, DE (2024); Haus am Lützowplatz, Berlin, DE (2023); Forth, Nottingham, GB (2022); Kunsthalle Düsseldorf, DE (2023); Brücke Museum, Berlin, DE (2023); Internationales Kurzfilmfestival Hamburg, DE (2021); Internationales Kurzfilmfestival Oberhausen, DE (2020), Surdez ApS Gallery, Kopenhagen, DK (2019). Er lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg.

Ausstellungsfilm

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Ausstellungsrundgänge

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