
Yalda Afsah, HEAT, 2026 (Installationsansicht, Kunsthaus Hamburg), © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Fred Dott
Als eines von rund 40 Ausstellungshäusern lädt das Kunsthaus Hamburg am Tag der Reformation bei freiem Eintritt ein, die Vielfalt der Kultur in der Stadt zu erleben.
Im Kunsthaus Hamburg können Besucher*innen in die Ausstellung Temper von Yalda Afsah eintauchen. Zu sehen sind drei Filme aus der neuesten Werkreihe der Künstlerin, in der sie sich anhand von unterschiedlichen Ritualen mit universellen Fragen von Gemeinschaft auseinandersetzt. Während JARRAMPLAS ein Ritual im spanischen Bergdorf Piornal als ambivalentes Spiel kollektiver Aggression erfahrbar macht, entfaltet PAN eine vielschichtige Choreografie zwischen Spiritualität, Körperdisziplin und Gemeinschaft im bulgarischen Rila-Gebirge. Yalda Afsahs neuster Film HEAT ist dem taiwanesischen Handan-Feuerwerksfestival gewidmet. Hier richtet die Künstlerin den Blick auf eine ekstatische Zeremonie, die Glaubensvergewisserung, Mutprobe und spirituelle Reinigung verbindet.
Von 14 bis 16 Uhr können Besucher*innen im Foyer selbst kreativ werden. Der offene Workshop A Ritual for ... lädt dazu ein, darüber nachzudenken, welche Rituale unseren Alltag und unser Zusammenleben prägen – und welche vielleicht noch erfunden werden müssen. Welche Handlungen wiederholen wir? Was gibt uns Halt? Was verbindet uns mit anderen? Und welche neuen Rituale könnten wir für ein gutes Miteinander gebrauchen? Aus unterschiedlichen Materialien entstehen kleine Kärtchen, die an die Rituale erinnern sollen. Sie können mitgenommen oder verschenkt werden. Wer möchte, lässt das eigene Ritual im Kunsthaus zurück und nimmt dafür ein anderes mit. So entsteht im Laufe des Tages ein wachsendes und sich immer wieder veränderndes Archiv.
Ebenfalls im Foyer haben die Besucher*innen außerdem die einmalige Gelegenheit, sich ein Stück aus der über 60-jährigen Geschichte des Kunsthauses mitzunehmen. Ausstellungen hinterlassen Spuren: Materialien, Drucksachen, Publikationen und Dinge, die einmal Teil von Produktionen und Prozessen im Kunsthaus waren. Bevor die Instutution im kommenden Jahr temporär an einen anderen Standort zieht, soll ein Teil davon zurück in den Umlauf gebracht werden. Bei #seeforfree verschenken wir Teile unserer Archivbestände und laden dazu ein, mitzunehmen, weiterzugeben und wiederzuverwenden.
An der Kunsthaus-Bar gibt es erfrischende Getränke und leckeren Kaffee für Zwischendurch.