Leichte Sprache

Zur Bedeutung der Kunst für eine krisenbeständige Demokratie

Protokoll des Symposiums im Kunsthaus Hamburg am 10.5.2025

2025

Das Protokoll wurde verfasst von Katrin Krumm.

1. Was ist die Aktualität und Dringlichkeit des Themas?

Das vom Kunsthaus Hamburg und dem Verein Ateliers für die Kunst e. V. veranstaltete Symposium Zur Bedeutung der Kunst für eine krisenbeständige Demokratie widmet sich der Frage, wie Kunst und Kultur in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und politischer Umbrüche zur Stärkung demokratischer Strukturen beitragen können. In ihren einführenden Ansprachen betonen Anna Nowak, Geschäftsführerin und Künstlerische Leitung des Kunsthaus Hamburg, und Sylvia Henze, Vorsitzende von Ateliers für die Kunst, die besondere Relevanz künstlerischer Praxis vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Anna Nowak hebt hervor, dass das Symposium einen gemeinsamen Denkraum eröffnen solle, in dem diskutiert werde, wie sich Kunstinstitutionen und Kunstschaffende angesichts gesellschaftlicher Polarisierung, des Erstarkens rechter Kräfte und wachsender ökonomischer Zwänge resilient und zukunftsfähig aufstellen könnten. Ziel sei es, entsprechende Strategien zu entwickeln und im Austausch erproben zu können.

Sylvia Henze verweist auf persönliche Erfahrungen der Beteiligten als wichtige Grundlage für das Zustandekommen des Symposiums, insbesondere im Hinblick auf politische Entwicklungen in Europa. Sie nennt den Rechtsruck in Österreich und die damit einhergehende Engführung von Kultur im Sinne einer sogenannten „Heimatkultur“ als warnendes Beispiel. Auch in Deutschland seien negative Tendenzen erkennbar: Die Fördermittel für Museen und Kunstvereine gingen zurück, bildende Künstler*innen mit geringen Einkommen seien besonders stark betroffen – etwa auch im Berliner Förderhaushalt. Diese Entwicklungen verschärften die Arbeitsbedingungen für Kunst und gefährdeten sie bereits in ihrem Entstehungsprozess.

Nach der Begrüßung der Veranstalter*innen schließen sich zwei Impuslvorträge an, die die folgende Gesprächsrunde unterfüttern.

2. Impulsvortrag: Prof. Dr. Julius Heinicke: Was ist radikale Kunstfreiheit?

Prof. Dr. Julius Heinicke ist Professor für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim mit den Schwerpunkten Kulturpolitik, Kunstfreiheit, Kulturpolitische Strategien im Kontext von sozialem Zusammenhalt und Postcolonial sowie Gender Studies. Er forscht unter anderem zur kulturellen Teilhabe und gesellschaftlichem Wandel. Sein Impulsvortrag Radikale Kunstfreiheit als Garantin einer resilienten Demokratie testet aus, was „radikale Kunstfreiheit” als Konzept leisten kann.

Worum geht es bei der Kunstfreiheit in einer Demokratie? Oder: Was ist der Ort von Kunstfreiheit in einer Demokratie?

Grundsätzlich sei die Freiheit der Kunst im deutschen Grundgesetz gut gesichert (“Eine Zensur findet nicht statt.”), hält Heinicke fest. In den vergangenen Monaten habe es allerdings besorgniserregende Verschiebungen: Kunstfreiheit werde von konservativen und reaktionären Kräften in Frage gestellt und es komme zu einer emotionalen Aufladung und Politisierung von Kunst und Kultur. Die Prinzipien der UN und des Grundgesetzes träten zugunsten einer Polarisierung und Vereinfachung in den Hintergrund.

Nach Heinicke sei die Kunstfreiheit demnach national wie international massiv unter Druck geraten. Er benennt dabei drei zentrale Entwicklungen: erstens eine zunehmende politische Eingrenzung von Kunst durch den Begriff der „Leitkultur“, wie er vor allem von CDU und AfD starkgemacht werde. Dabei werde Kultur auf bestimmte traditionelle oder nationale Werte und Vorstellungen reduziert. Zweitens würden “rote Linien” öffentlicher Diskurse neu gezogen: Themenkomplexe wie kulturelle Aneignung, Antisemitismus, Misogynie oder Rassismus führten zu Unsicherheiten bei Kulturschaffenden und Institutionen. Drittens nehme weltweit die politische Instrumentalisierung und Zensur von Kunst zu, während immer mehr Regierungen Kunst- und Kulturfreiheit einschränkten.

Was lässt sich aus einem historischen Rückblick über die Bedeutung von Kunstfreiheit lernen?

Heinicke zeigt auf, wie Kunst historisch immer wieder politisch instrumentalisiert und beispielsweise von religiösen Institutionen vereinnahmt wurde: so dienten beispielsweise Sammlungen von Kunst- und Kulturgütern als imperiale Symbole der Macht oder das Bürgertum nutzte Kunstförderung zur Identitätsbildung, zur Etablierung von Etikette und gesellschaftlichen Normen. Stadtmuseen und Kunstsammlungen führte er als beispielhafte Orte an, an denen Geschichte interpretiert und wirtschaftliche wie gesellschaftliche Macht repräsentiert würden.

Als besonders drastisches Beispiel nennt er die politische Vereinnahmung von Kunst in der Kulturpolitik des Nationalsozialismus, in der Kunst komplett ideologische Funktionen übernommen habe, etwa durch antisemitische Propaganda, Bücherverbrennungen, die Diffamierung sogenannter „entarteter Kunst“ und die gleichzeitige Glorifizierung einer „völkischen“ Ästhetik. Im Gegensatz dazu seien nach dem 8. Mai 1945 Kunst, Wissenschaft und Bildung als offener Raum des demokratischen Diskurses neu bestimmt worden: Kunstfreiheit sei zum Element und Bedingung für eine pluralistische Gesellschaft geworden, die auf vielfältige Perspektiven, kritisches Denken und internationale Zusammenarbeit setze.

Warum “radikale Kunstfreiheit” – und inwiefern kann sie die Resilienz der Demokratie fördern?

Heinicke appelliert für eine radikale Kunstfreiheit, weil nur eine uneingeschränkt freie Kunst der gesellschaftlichen Polarisierung wirksam entgegentreten könne. Eine vielfältige Kunstlandschaft, in der unterschiedliche Stimmen hörbar würden, stärke die demokratische Resilienz. Gleichzeitig warnt Heinicke vor einer politischen Instrumentalisierung der Kunst durch die Einschränkung auf enge Kulturbegriffe, wie sie zunehmend im rechten Diskurs auftauchten. Eine solche Engführung befördere ideologische Vereinnahmung und gesellschaftliche Spaltung.

“Radikale Kunstfreiheit” bedeute infolgedessen, dass staatliche Institutionen wie Bund, Länder oder Kommunen eine verlässliche finanzielle Unterstützung gewährleisten, ohne inhaltlich Einfluss zu nehmen. Kunst und Kultur sollten in ihrer demokratischen Vielfalt als Staatsziel anerkannt werden. Kulturinstitutionen komme dabei eine vermittelnde Rolle zu: Sie müssten auch radikale Positionen reflektiert verhandeln und in gesellschaftliche Diskurse einbetten. Hochschulen, Universitäten und Kunstinstitutionen trügen eine besondere Verantwortung, die Freiheit von Kunst und Wissenschaft zu schützen, weiterzuentwickeln und in kritischem Austausch zu verhandeln. Offene und auch unbequeme Debatten seien essenziell für eine krisenbeständige Demokratie – dafür müssten sie in reflektierten und einordnenden Kontexten geführt werden.

3. Impulsvortrag: Paulina Fröhlich: Was sind praktische Methoden, mit denen die Resilienz von Kunst und Kultur gestärkt werden können?

Fröhlich leitet den Programmbereich “Resiliente Demokratie“ beim Progressiven Zentrum e. V. in Berlin. Im Rahmen des Programms Umgangsstrategien mit antidemokratischer Agitation organisierte sie bundesweite Workshops. Zudem ist sie Mitgründerin der Initiative Kleiner Fünf, die mit ihrer Kampagne der Radikalen Höflichkeit für kommunikative Strategien im Umgang mit Rechtspopulismus plädiert.

Was sind zentrale Merkmale der Gegenwart?

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gäben immer mehr Menschen in Deutschland an, dass Unsicherheit das dominierende Gefühl ihrer Zeit sei. Es handle sich um eine Entwicklung, die im Kontext einer sogenannten „Polykrise“ stehe. In diesem Sinne sei Unsicherheit zugleich Auslöser, Symptom und Konsequenz dieser komplexen Lage. Fröhlich argumentiert, dass es politische Kräfte in Deutschland gebe, die gezielt von diesem Gefühl der Unsicherheit profitierten, und es Teil ihres politischen Programms sei, dieses strategisch zu nutzen. Als Gegengewicht nennt sie orientierungsstiftende Instanzen wie Kunst und Kultur. Diese hätten die Kraft, Unsicherheit nicht zu instrumentalisieren, sondern produktiv zu verarbeiten. Kunst und Kultur könnten Räume eröffnen, Fragen stellen, experimentieren, reflektieren und bewerten.

Was sind praktische Methoden zur Stärkung von Resilienz gegen antidemokratische Einflussnahme?

Mit der “Kopfstandmethode“ stellt sie eine Denkpraxis vor, um widerständige Strategien für Kunst und Kultur zu entwickeln. Dabei fragt sie: Was muss geschehen, damit Rechtsextremismus und radikaler Populismus in Kunst und Kultur florieren? Ihre daraus abgeleitete „Not-to-do-Liste“ benennt Reaktionsmuster, die explizit vermieden werden sollten.

Als ein Beispiel antidemokratischer Einflussnahme nennt sie den physischen und symbolischen Angriff auf Kunst und Kultur durch rechtsextreme Akteur*innen, wie etwa Vandalismus oder gezielte Störungen öffentlicher Veranstaltungen. Gefährlich werde es insbesondere dann, wenn diese Vorfälle nicht öffentlich nachbesprochen, keine Hausordnungen oder Reaktionsmechanismen entwickelt, keine Solidaritätsbekundungen gegenüber Betroffenen formuliert und keine Anzeigen erstattet würden.

Auch Angriffe wie Diffamierungen, Einschüchterungsversuche oder anonyme Morddrohungen, etwa gegen Leiter*innen kultureller Einrichtungen, die sich öffentlich positionieren oder an Demonstrationen teilnehmen, gehörten zu den realen Bedrohungen. Diese wirkten besonders dann, wenn Betroffene isoliert bleiben, kein Austausch zwischen urbanen Zentren und strukturschwachen Regionen stattfinde und keine Solidaritätsformate entstünden.

Ein weiterer Bereich betreffe die Infragestellung der Daseinsberechtigung von Kunst- und Kulturinstitutionen, etwa durch den Vorwurf mangelnder politischer Neutralität oder den Entzug kommunaler Mittel. Wenn darauf nicht mit Fortbildungen zum Neutralitätsbegriff oder öffentlicher Auseinandersetzung reagiert werde, sondern stattdessen mit Schweigen, Hinnahme oder gar Schließungen von Einrichtungen und Entlassungen des Personals, schwäche dies nachhaltig das kulturelle Fundament der Demokratie.

Fröhlich warnt zudem vor der Vereinnahmung kultureller Ausdrucksformen durch antidemokratische Kräfte: wenn beispielsweise Projekte unter dem Label „Demokratie“ stattfänden, in denen traditionelle Volkslieder gesungen oder kulturelle Praktiken nationalistisch aufgeladen würden, oder wenn Szenen bewusst vereinnahmt würden. Wenn Kulturinstitutionen diese Entwicklungen ignorierten oder keine eigenen strategischen Kenntnisse entwickelten, überließen sie die Deutungshoheit anderen.

Sie betont, dass der Dialog gesucht und geführt werden müsse. Das sei der Kern der von Fröhlich vertretenen Praxis der „radikalen Höflichkeit“: eine Haltung, die sich dem demokratischen Gespräch verpflichte, auch unter schwierigen Bedingungen. Sie schließt mit dem Hinweis, dass eine resiliente Demokratie drei zentrale Merkmale aufweise: die konstante Bewahrung ihres demokratischen Kerns, ihre Wehrhaftigkeit gegenüber Angriffen von innen und außen sowie ihre Lernfähigkeit, die Fröhlich als Fähigkeit zur Selbstkritik und Reflexion definiert.

4. Addendum zu den Impulsvorträgen: Was ist der Unterschied zwischen Kunst- und Kulturfreiheit?

Heinecke erläutert den Unterschied zwischen Kunst- und Kulturfreiheit anhand aktueller und vergangener Debatten. Während Kulturfreiheit stärker an gesellschaftliche Regeln und Verantwortung gebunden sei, bedeute Kunstfreiheit ein weiter gefasstes Recht: Künstler*innen dürften sich, etwa auf einer (auch metaphorisch gesprochenen) Bühne, zunächst alles erlauben, selbst wenn dies provozierend oder grenzüberschreitend sei. Auch Aussagen, die verletzen könnten, fielen unter den Schutz der Kunstfreiheit, sofern sie als Teil eines künstlerischen Ausdrucks verstanden würden. Entscheidend sei die Kontextualisierung, etwa durch Triggerwarnungen oder moderierende Einordnungen.

 

5. Podiumsdiskussion: Was sind gegenwärtige Herausforderungen im Spannungsfeld von Kunst, Institution und gesellschaftlichem Wandel?

In der von Christoph Twickel moderierten Diskussion sprechen Julie Legouez (Künstlerin & Vorstandsmitglied BBK Berlin), Gabi Dobusch (Kulturpolitikerin, bis März 2025 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft), Dan Thy Nguyen (Co-Leitung fluctoplasma Festival / Studio Marshmallow) und Ralf Schlüter (Journalist, Berater & Gründer Kulturbotschaft, Berlin). Im Zentrum stehen dabei Fragen nach kultureller Marginalisierung und struktureller Absicherung, Erinnerungspolitik und rechten Kulturkämpfen, nach postmigrantischer Repräsentation sowie nach den Möglichkeiten eines institutionellen Wandels, insbesondere im Spannungsfeld der digitalisierten Öffentlichkeit.

Aus Berliner Perspektive schildert Julie Legouez zunächst die drastische Marginalisierung von Kultur im Haushalt. Kultur sei in der Verwaltung kaum mehr präsent, finanzielle Mittel würden gekürzt, Stellen abgebaut und in der aktuellen Regierungskoalition spiele Kulturpolitik keine Rolle. Diese Entwicklungen führten zu einer stark verunsicherten Szene, die sich aus Angst, durch öffentliche Positionierung Fördermittel zu verlieren, zunehmend selbst zensiere.

Dem stellt Gabi Dobusch die Situation in Hamburg gegenüber, die sie als „vergleichsweise stabil“ bezeichnet. Dank langfristiger Investitionen, etwa in Sanierungsfonds, und dem kulturpolitischen Engagement des Senators Carsten Brosda sei es gelungen, die freie Szene strukturell zu stärken. Diese relative Stabilität schaffe Raum für Experimente und neue Allianzen. Hamburg nehme damit bundesweit eine Sonderrolle ein: eine „Inselposition“, die es zu verteidigen gelte.

Ein Schwerpunkt der Diskussion liegt auf den Nachwirkungen der documenta fifteen und dem um sie entstandenen Antisemitismusdiskurs. Ralf Schlüter erläutert, wie der Versuch, globale Perspektiven einzubinden, wie beispielsweise der des Globalen Südens, auf eine deutsche Erinnerungskultur getroffen sei. Rechte Akteur*innen hätten diesen Konflikt genutzt, um gegen progressive Kulturarbeit vorzugehen. Die eigentliche Diskurskrise aber liege für ihn nicht primär im Nahostkonflikt, sondern in den veränderten Rahmenbedingungen kultureller Öffentlichkeit durch Identitätspolitik und digitale Plattformen: wer spreche, aus welcher Position und mit welcher Legitimität. Nach Schlüter seien das heute entscheidende Fragen in Auseinandersetzungen um Kunst.

Dan Thy Nguyen berichtet von seinen Erfahrungen in der Co-Leitung des in Hamburg stattfindenden post-migrantischen Festivals fluctoplasma, das Räume für multiple Stimmen eröffnet. Er reflektiert, dass Repräsentation in den letzten Jahren oft bei lauten Einzelstimmen verharrt sei, ohne institutionelle Strukturen tiefgreifend zu verändern. Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, tragfähige Modelle für eine nachhaltige Transformation zu entwickeln, die über individuelle Biografien hinausgingen. Die Frage, wie man nach der Repräsentation weiterdenke, bleibe offen.

Ein zentrales Thema ist die veränderte Dynamik öffentlicher Debatten durch digitale Medien. Schlüter kritisiert, dass viele Kulturschaffende die digitale Öffentlichkeit scheuten, obwohl sich relevante kulturelle Auseinandersetzungen längst dort abspielten. Nguyen beobachtet eine wachsende Unsicherheit darüber, was sagbar sei. Die Szene trage hier eine Mitverantwortung, etwa wenn sie durch identitätspolitische Rigidität neue Gesprächsräume verschließe. Er plädiert für eine Politik des Zuhörens, die von Verunsicherung nicht gleich zur Grenzziehung greife, sondern Ambivalenz und Widerspruch als Voraussetzung von Solidarität begreife.

Einigkeit herrscht darüber, dass der kulturelle Backlash von rechts real sei. Die Gefahr eines autoritären Kulturkampfes, wie er in den USA bereits stattfinde, dürfe nicht unterschätzt werden. Dabei gehe es auch um ganz praktische Machtfragen: Wer besetze Jurys, wer definiere Förderrichtlinien, wer entscheide über Sichtbarkeit? Förderungen könnten gestrichen, Fonds aufgelöst und Institutionen politisch umgestaltet werden. Legouez schildert, wie in Berlin bereits Empfehlungen kursierten, Kunst solle sich ökonomisch selbst tragen, sogar dann, wenn sie gesellschaftlich relevante Themen bearbeite. Schlüter weist auf das Potenzial eines „Undergrounds“ hin, warnt aber zugleich vor einer gesellschaftlichen Entwertung der Kunst als Beruf.

Der Wunsch, über die eigene Bubble hinaus zu wirken, wird mehrfach artikuliert. Es brauche Formate, die auch jene erreichten, die nicht kunstaffin seien. Dabei gehe es nicht um Konsens, sondern um das produktive Aushalten von Differenz. Dialogformate müssten gezielt so gestaltet werden, dass sie offene, nicht-moralische Auseinandersetzungen ermöglichten.

Schlussrunde: Was sind konkrete Strategien zur Stärkung von Kunst und Demokratie? Welche Fragen bleiben offen?

In der Schlussrunde geht es um konkrete Strategien zur Stärkung von Kunst und Demokratie. Als zentrale Stichworte werden genannt: Medienkompetenz, Debattenräume in analogen Institutionen, der Wert des Kompromisses – insbesondere im zivilgesellschaftlichen Engagement – und eine neue Fehlerkultur.

Es wird dazu ermutigt, Fehler zuzulassen und offen für Kritik zu bleiben. Zugleich wird betont, wie wichtig es sei, digitale Medienkompetenz gezielt zu fördern und analoge, institutionell verankerte Räume für Debatten zu schaffen. Hervorgehoben wird auch der Wert des Kompromisses, insbesondere im ehrenamtlichen Engagement. Während radikalere Positionen oft mehr Aufmerksamkeit erhielten, seien es letztlich Kompromissfähigkeit und gemeinsame Visionen, die demokratische Prozesse langfristig tragen würden. Abschließend wird dazu aufgerufen, sich stärker mit den Grundlagen parlamentarischer Demokratie, globalen Machtverhältnissen und den Herausforderungen digitaler Medien auseinanderzusetzen. Diese intellektuellen „Hausaufgaben“ seien zentral für eine zukunftsfähige demokratische Kultur.

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