Making Kin!

Melanie Bonajo, Madison Bycroft,
Anne Duk Hee Jordan

Anne Duk Hee Jordan, Installationsansicht, Kunstverein Arnsberg, 2019 


‘What humans have built, however, is a political and economic structure that is ecosystem-destroying, human and animal labor-transforming, multispecies soul-mutilating, epidemic-friendly, corn-monocrop-promoting, cross-species heartbreaking’ (Donna Haraway, Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene, 2016.)

Der Mensch greift seit 200 Jahren drastisch in die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse ein und nimmt massiv Einfluss auf die Umwelt. Dabei befinden wir uns nicht in einer temporären ökologischen Krise, sondern erleben eine irreversible Mutation des globalen Klimas und der Bewohnbarkeit des Planeten. Die Ausstellung Making Kin! befragt den Diskurs zum Anthropozän, dem menschengemachten Zeitalter: Wie könnten wir in Zukunft leben und wie kann Natur nicht nur zum Objekt der Anschauung, sondern zugleich zu einem Gegenstand künstlerischen und sozialen Wirkens im Sinne einer »politischen Ökologie« werden?

Making Kin! vereint drei künstlerische Positionen, die den anthropozentrischen Blickwinkel hinterfragen und das Zusammenspiel von Ökosystemen und dem menschlichen Handeln untersuchen. Mit unterschiedlicher Medien wie Video, Installation, Malerei und Performance, widmen sich Melanie Bonajo, Madison Bycroft und Anne Duk Hee Jordan den gegenwärtigen ökologischen Problemen. Sie erkunden experimentell die Verflochtenheit von Mensch und Umwelt und ergründen Zukunftsszenarien, in denen die Abflachung der Artenhierarchien erprobt wird. Auf sehr unterschiedliche humorvolle und spielerische Weise erforschen die Künstlerinnen Gemeinschaftskonzepte, die nicht die Menschheit zum Mittelpunkt erheben, sondern die Gleichwertigkeit innerhalb der Artenvielfalt betonen. Für die Ausstellung im Kunsthaus Hamburg werden bestehende Werkgruppen jeweils mit neuen künstlerischen Arbeiten ergänzt.