Artist Talk mit Balca Ergener, Judith Raum, Michaela Melián

im Kontext der Ausstellung The Futureless Memory

Foto 1: Balca Ergener, fotografiert von Linda Streahl
Foto 2: Judith Raum, fotografiert von Victoria Tomaschko
Foto 3: Michaela Melián, fotografiert von Jörg Koopmann


Artist Talk
mit Michaela Melián, Judith Raum, Balca Ergener
Samstag, 19. September 2020, 15 Uhr

Bitte vorab anmelden unter presse@kunsthaushamburg.de

Balca Ergener wird online zugeschaltet.

Dokumentation der Veranstaltung


Die Künstlerinnen Balca Ergener, Judith Raum und Michaela Melián haben jeweils eigens für die Ausstellung The Futureless Memory neue Arbeiten entwickelt. Im Gespräch erläutern sie die historischen Bezüge und bringen die Biografien von Otti Berger, Gustave Courbet und Susanne Lachmann in Verbindung mit aktuellen Diskursen zur Migration.

Balca Ergener (*1980, Istanbul) lebt und arbeitet in Zürich. Sie hat Kulturwissenschaften an der Bosporus Universität in Istanbul studiert und einen MA an der Zürcher Hochschule der Künste abgeschlossen. In ihrer Praxis greift sie gewohnte Sichtweisen und Formulierungen auf, um sie gezielt zu verfremden und zu dekonstruieren. Ihre Arbeiten umfassen fotografische Serien, gemeinschaftliche Buchprojekte, kollektive Schreibperformances sowie Installationen mit Text- und Bildelementen. Ihren Arbeiten waren u. a. in Ausstellungen in Daire Sanat, Istanbul (2017), Depo, Istanbul (2014), Apartment Project, Berlin (2014) zu sehen.

Judith Raum (*1977, Werneck) ist Künstlerin und Autorin. In ihren Installationen und Performances umkreist sie wirtschafts- und sozialhistorische Themen, zu denen sie ausgiebig in Archiven recherchiert. Seit 2016 entstanden mehrere Arbeiten zur Textilwerkstatt am Bauhaus, die aktuell u.a. als Teil der Ausstellung Taking a Thread for a Walk im Museum of Modern Art, New York, und der ifa Tourneeausstellung The Event of a Thread zu sehen sind. Zu dem über internationale Sammlungen verstreuten textilen Nachlass von Otti Berger verfolgt Judith Raum ein mehrjähriges Projekt.

Michaela Melián (*1956, München) ist bildende Künstlerin und Musikerin. In ihren Installationen, die meist auf reale Orte und Ereignisse verweisen, verbindet Melián historische Fakten und Erinnerungen zu visuellen und akustischen Collagen, wie etwa bei Memory Loops (2010), einem Hörspiel und interaktiven Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in München, für das sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Meliáns Interesse gilt nicht dem offensichtlichen, bekannten Bild von Ereignissen oder Biografien, sondern den verschiedenen Ebenen und Widersprüchen von persönlicher Erinnerung und offizieller Darstellung. Sie ist Gründungsmitglied der Band Freiwillige Selbstkontrolle (F.S.K.) und veröffentlicht Soloplatten, Filmmusik und Hörspiele.

Neben zahlreichen internationalen Ausstellungsbeteiligungen seit den 1990er Jahren hatte sie zuletzt Einzelausstellungen im Lenbachhaus München (2016), in der Barbara Gross Galerie München (2016), in der Kunsthalle Mannheim (2015) sowie im Badischer Kunstverein Karlsruhe (2014). Sie hat zahlreiche Hörspiel- und Kunstpreise erhalten, darunter den Grimme Online Award Spezial (2012), den Edwin-Scharffpreis-Preis der Stadt Hamburg (2018) sowie den Roland Preis für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bremen (2019).