EDITH DEKYNDT

Edith Dekyndt, They Shoot Horses (Part 2), 2017 (Detail), Installationsansicht , They Shoot Horses (Part 2), 2017, Konrad Fischer Galerie, Berlin, Foto: Roman März, Courtesy Konrad Fischer Galerie


EDITH DEKYNDT erhält den Kunstpreis Finkenwerder 2019 
Anlässlich des Kunstpreises Finkenwerder zeigt das Kunsthaus Hamburg in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle eine umfangreiche Einzelausstellung mit aktuellen Werken der Preisträgerin.

Ausstellung
8. Juni – 4. August 2019

Edith Dekyndt erhält in diesem Jahr den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis Finkenwerder. Der vom Kulturkreis Finkenwerder ausgelobte und von der Firma Airbus finanzierte Preis wird seit 1999 an Künstlerpersönlichkeiten vergeben, die mit ihrem Schaffen einen herausragenden Beitrag zur zeitgenössischen Kunst in Deutschland geleistet haben. Zu den Preisträger/innen der letzten Jahre zählen die Künstler/innen Almut Heise, George Rickey, Candida Höfer, Neo Rauch, Daniel Richter, Thorsten Brinkmann, Ulla von Brandenburg, Christian Jankowski und Georges Adéagbo.

Die vom Kuratorium des Kunstpreises berufene Fachjury war besetzt durch Dr. Brigitte Kölle (Hamburger Kunsthalle), Jessica McClam (Künstlerin), Prof. Martin Köttering (HFBK), Anna Sabrina Schmid (Behörder für Kultur und Medien), Katja Schroeder (Kunsthaus Hamburg).

Mit der in Brüssel und Berlin lebenden Künstlerin Edith Dekyndt ehrt die Jury eine Künstlerin, die mit ihrer subtilen und minimalistischen Bildsprache ein nachhaltiges Bewusstsein für das wechselseitige Verhältnis von Mensch, Materie und Umwelt schafft.

In den Installationen, Objekten und Videos von Edith Dekyndt spielt die Veränderung von Stofflichkeit im zeitlichen Verlauf häufig eine wesentliche Rolle. Dabei verwendet sie ephemere Materialien wie z. B. Erde, Flüssigkeiten oder Salze. Als Versuchsfelder dienen ihr unter anderem Stoffe und Leinwände, die sie auf vielfältige Weise bearbeitet, tränkt oder als Vorhänge und Fahnen inszeniert. In ihren Ausstellungen lässt sie die stillen Kräfte natürlicher Transformationsprozesse sichtbar werden und dokumentiert in kurzen Videosequenzen die formbildenden Dynamiken, die sie in ihrer Umwelt entdeckt. So sind es Prozesse wie Kristallisation, Fermentation, Oxidation oder Kapillareffekte, die ihren Arbeiten Gestalt verleihen aber auch zugleich den inhaltlichen Kontext bilden. Dabei interessiert sich die Künstlerin nicht allein für die ästhetische Qualität flüchtiger Prozesse. Sie verdeutlicht vielmehr die Abhängigkeit, in der wir zur materiellen, wie immateriellen Welt stehen. Erst in der gegenseitigen Beziehung entsteht etwas Spezifisches. In der Beobachtung des sensiblen Zusammenspiels ausgewählter Substanzen mit ihrer Umgebung entfaltet sich das minimalistische und zugleich komplexe und poetische Werk von Edith Dekyndt.

Zur Preisverleihung am 6. Juni 2019 im Airbuswerk auf Finkenwerder wird Edith Dekyndt ausgewählte Arbeiten präsentieren.


Edith Dekyndt  (*1960, Ypres, Belgien) ist international in renommierten Ausstellungen und Sammlungen vertreten. Zuletzt hatte sie u. a. Einzelausstellungen bei Unlimited Art Basel (2018), Wiels – Center for Contemporary Art, Brüssel; DAAD Galerie, Berlin (2016); Le Concortium, Dijon (2015); Temporary Gallery, Köln (2014) und war bei zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten wie u. a. 57. Venedig Biennale (2017); Martin Gropius Bau, Berlin; Van Abbe Museum, Eindhoven (2016); SMAK, Gent; Akademie der Künste Berlin; Skulpturenpark Köln (2015). Sie wird vertreten von den Galerien Carl Freedman (Margate), Greta Meert (Brussels), VHN (Paris), Konrad Fischer (Düsseldorf/Berlin) und Karin Günther (Hamburg).