Flaka Haliti

Here – Or Rather There, Is Over There

Bildcredits siehe unten


Flaka Haliti – Here – Or Rather There, Is Over There

Eröffnung: 19. März 2018, 19 Uhr
Begrüßung: Katja Schroeder (Künstlerische Leitung, Kunsthaus Hamburg)
Einführung: Anna Sabrina Schmid (Kuratorin, Kunsthaus Hamburg)

PROGRAMM

Ausstellungsrundgang mit Kurzfilmspecial
Donnerstag, 12. April, 18 Uhr

Sonderprogramm zur Langen Nacht der Museen
Samstag, 21. April, 18 – 2 Uhr

Künstlerinnengespräch mit Flaka Haliti und Adam Szymczyk
Mittwoch, 25. April 19 Uhr

Pfeil Magazine #9 unter anderem mit Flaka Haliti
Release to be announced

Finissage mit Ausstellungsrundgang und Konzert: Love-Songs
Sonntag, 20. April, 15 Uhr


Die Arbeiten von Flaka Haliti haben etwas Sehnsüchtiges an sich. Ihnen ist ein zarter Humor zu eigen, der nicht selten ins Tragische kippt. Flaka Haliti setzt diesen Humor als Strategie der Weltaneignung ein. Ihre poetischen Objekte, Fotografien und Zeichnungen zeugen davon, wie sie Ungreifbarem eine Gestalt oder wortwörtlich ein Gesicht gibt und sich die Welt auf diese Weise vertraut macht.

Auch durch Joe, ein fiktionaler Charakter und Alter Ego der Künstlerin, erschließt sich Haliti die unübersichtliche Gegenwart. Joe ist eine genderlose Figur, die in mannigfaltigen Formen als künstlerische Arbeit erscheint: Ob Schwamm mit selbstklebenden Wackelaugen oder zweibeinige Skulptur aus gebogenem Stahl – Joe geistert durch Halitis Ausstellungen und verkörpert hier ein (Künstler*innen-) Individuum unter dem Druck neoliberaler Lebens- und Arbeitsbedingungen, permanenter Selbsterneuerung, (Re-)Präsentation und Produktivität.

Flaka Haliti arbeitet mit Gebrauchsobjekten und Alltagsästhetiken wie Ikea-Tüten, Kinderzeichnungen, Werbeaufstellern, Schrott und Absperrungen. Diese werden in Halitis Arbeiten beispielsweise zum Geist (Concerned by the Ghost Without Being Bothered, 2017) oder zum Roboter [Its Urgency Got Lost in Reverse (While Being in Constant Delay), 2017]. Mit wenigen Strichen verleiht Haliti diesen nicht-menschlichen Wesen derart charismatische Züge, dass sie umgehend zu unseren Vertrauten werden.

Die abstrakten und zugleich konkreten Arbeiten von Haliti erscheinen erstmal heiter, doch verweisen sie nicht selten auf Fragen von systemischer Gewalt und zweifelhaften Deutungshoheiten, auf Grenzen sowie deren Überwindung. Haliti reflektiert unser Sein inmitten konstruierter gesellschaftlicher Ein- und Ausschlüsse. Großformatige Skulpturen in Anlehnung an UN-Sicherheitsabsperrungen beziehen sich auf territoriale, politische Grenzziehungen, während ein fünf Meter langer Vorhang mit einem himmlischen Farbverlauf und dem Titel Just Hanging Around weiche – aber nicht minder schwere – Hürden versinnbildlicht.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Kunsthalle Lingen und der National Gallery of Tirana realisiert.


Flaka Haliti (*1982 in Pristina, lebt und arbeitet in München) studierte Grafikdesign an der Universiteti i Prishtinës, Pristina (2002-2006) und anschließend Bildende Kunst an der Städelschule, Frankfurt am Main. Derzeit macht sie den PhD in Practice an der Universität für angewandte Kunst, Wien. Ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland zeigte sie 2017 in der Kunsthalle Lingen. International wurden ihre Arbeiten unter anderem im Pavillon der Republik Kosovo bei der 56. Biennale von Venedig (2015), mumok, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien (2014) und im Kosovo National Museum, Pristina (2014) in Einzelausstellungen präsentiert.

Bild 1: Flaka Haliti, I See a Face. Do You See a Face. #03, 2014, Courtesy die Künstlerin und Deborah Schamoni, München, LambdaLambdaLambda, Pristina
Bild 2: Flaka Haliti, Its Urgency Got Lost in Reverse (While Being in Constant Delay), 2017, Installationsansicht Flaka Haliti – Its Urgency Got Lost in Reverse (While Being in Constant Delay)‚ LambdaLambdaLambda, Pristina, Courtesy die Künstlerin und LambdaLambdaLambda, Pristina, Foto: Majlinda HoxhaBild
Bild 3: Flaka Haliti, Concerned by the Ghost Without Being Bothered, 2017, Installationsansicht Art Basel Parcours, Courtesy die Künstlerin und Deborah Schamoni, München, Foto: Gunnar Meyer