Vortrag: Waldschutz und der lange Schatten der Kolonisierung

Formafantasma, stills from Cambio: Visual Essay, 2020. Green screen in Bosco del Chignolo, Montemerlo, Italy. Courtesy Formafantasma. Photo Credit: C41


Vortrag: Waldschutz und der lange Schatten der Kolonisierung
23. Juni 2022, 19 Uhr
Jutta Kill (Biologin)

Im 19. Jahrhundert wurde Wald in kolonialisierten Regionen als Holzlieferant erschlossen, im Zeitalter der Klimakrise gewinnt der Wald als Kohlenstoffspeicher an Bedeutung. Doch wie der globale Holzhandel steht auch die Erschließung von Wald als Kohlenstoffspeicher im langen Schatten der Kolonialisierung. Der Vortrag beleuchtet, warum Waldschutz als Klimakompensation und der Boom in Industrieländern mit angeblich klima-neutralen Produkten neue Konflikte um Land in ebenjenen kolonialisierten Regionen verursacht, die den globalen Holzhandel mit tropischen Harthölzern versorgen – und zudem die Klimakrise beschleunigt, statt sie zu verlangsamen.

Die Biologin Jutta Kill arbeitet freiberuflich als Beraterin und in Zusammenarbeit mit dem World Rainforest Movement. In ihren Recherchen, Analysen und Publikationen beleuchtet sie das Spannungsfeld Konsum in Industrieländern und die Auswirkungen dieser imperialen Lebensweise auf Lebensräume im globalen Süden, die wir gemeinhin als „Natur“ bezeichnen.

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