I, too, part two – Was ist Kunst wert?

Symposium

I, too, part II
Was ist Kunst wert?
Symposium
zu Gast im Kunsthaus Hamburg
25. Mai 2019, 10.30 – 16:00 Uhr


Nirgendwo sonst klaffen hard facts so stark auseinander wie in der Kunst: Die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen von Künstler/innen und der Glanz- und Glamour-Faktor auf Ausstellungseröffnungen, Biennalen und Messen. Aber auch Museen und Institutionen haben mit prekären Bedingungen und hohen Anforderungen zu kämpfen, welchen sie kaum noch gerecht werden können. Nach dem Kick-off Panel I too, have been seduced by the promise of exposure vor einem Jahr gehen wir in die zweite Runde. Das Symposium I, too, part II rückt den gesellschaftlichen Wert kritischer Kunst in den Fokus und beleuchtet die Dringlichkeit, dafür bessere Bedingungen zu schaffen.

In Zeiten globaler Aufmerksamkeitsökonomien, internationalen Wettbewerbs- und Netzwerkstrukturen, sowie urbaner Diversifizierung muss lokale Kulturförderung im globalen Kontext neu überdacht werden. Der gesellschaftliche Wandel hat auch die Arbeits- und Produktionsbedingungen von Kunst maßgeblich verändert. Er fordert ein Neudenken des herkömmlichen Verständnisses von der Rolle der zeitgenössischen Kunst und den Voraussetzungen unter welchen sie entstehen und wie sie in die Gesellschaft zurück wirken kann.

Eingeladen sind sowohl lokale Akteur/innen als auch Vertreter/innen aus überregionalen Zusammenhängen, um in drei Gesprächsrunden über die aktuelle Situation von Künstler/innen sowie über zukunftsweisende Möglichkeiten und Perspektiven der Förderung von künstlerischer Arbeit zu diskutieren. Die Gespräche werden thematisch von einem Performance-Programm begleitet.

Eintritt frei


VERANSTALTER

I, too ist eine Initiative von individuell vernetzten Künstler/innen und Kulturschaffenden aus der Hamburger Kunst- und Kulturlandschaft. Wir bieten im Rahmen unterschiedlicher Formate eine Plattform, um die Arbeitsbedingungen im Kontext von Kunst und Kultur zu verhandeln. Wir möchten ein öffentliches Bewusstsein für diese Thematik schaffen und den Blick für die differenzierten Zusammenhänge schärfen. Der Name der Gruppe geht auf die Abwandlung eines Marcel Broodthaers-Zitats zurück und bezieht sich auf die Verführungsmacht des Wert- und Erfolgsversprechens von kreativer Arbeit.

Am Programm haben mitgewirkt: u.a. Kirstin Burckhardt, Johanna Bruckner, Móka Farkas, Tanja Hehmann, Ida Lennartsson, Anna Nowak, Franziska Opel, Alice Peragine, Dagmar Rauwald, Benjamin F. Stumpf.


PROGRAMM

ab 10.30 Uhr · Einlass & Kaffee 
Begrüßung: Katja Schroeder (Künstlerische Leitung, Kunsthaus Hamburg)

11:00 Uhr · Auftakt-Performance
Wie sind die Arbeitsbedingungen der Künstler/innen heute tatsächlich? Die Performance gibt darauf → kollektiv Antwort.

11:20 Uhr · Einführung: Anna Nowak (Kuratorin, Kunsthaus Hamburg)

11:30 Uhr · Impulsvortrag 
Kunst – Was soll das?
Dr. Alexandra Manske (Soziologin und Politikwissenschaftlerin, HCU, Hamburg Urban and Regional Economics)

12:00 Uhr · PANEL I
Free floating freelancers – Fake it till you make it!
Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Alice Peragine (Künstlerin, Hamburg), Michaela Melián, (Künstlerin, Prof. für zeitbezogene Medien, HFBK, Hamburg) und Dr. Astrid Mania (Autorin, Prof. für Kunstkritik und Kunstgeschichte, HFBK, Hamburg).

Von Anfang an sind Künstler/innen einer symbolischen Kapitalanhäufung durch unbezahlte und gering finanzierte Ausstellungsteilnahmen ausgesetzt. Der CV gilt als Kredit für eine bessere Zukunft. Doch wie bemisst sich Erfolg von Künstler/innen? In dieser Runde diskutieren wir über die Strukturen und Finanzierungsmodelle, sowie über Möglichkeiten und Ziele von öffentlichen und privaten Förderungen und Stipendien.

13.00 Uhr · Get-together: Mittagspause im Kunsthaus Foyer

13.30 Uhr · PANEL II
Cozy institutions? Die harten Realitäten hinter den Kulissen
Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Katja Schroeder (Künstlerische Leitung, Kunsthaus Hamburg),  Dr. Tulga Beyerle (Direktorin, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg) und Sophie Goltz (Ass. Prof. School of Arts, Design and Media, Singapore, ehemalige Stadtkuratorin Hamburg)

Nicht nur Off-Spaces haben zu kämpfen. Institutionen und Museen sind ebenfalls großen Defiziten ausgesetzt, auch wenn die Sichtbarkeit der ausstellenden Künstler/innen höher ist, kann selten ein Honorar gezahlt werden. Was sind die dahinter liegenden Mechanismen, die diese prekären Bedingungen produzieren? In diesem Gespräch möchten wir anhand konkreter Beispiele diese Zusammenhänge sezieren und analysieren.

14.30 Uhr · PANEL III
Hamburg – das Tor zur Welt?
Kurzvortrag und Gesprächsrunde mit Johanna Bruckner (Künstlerin, Hamburg / Zürich), Tiphanie Blanc (Kuratorin, Mitbegründerin wages for wages against) und Richard Frater (Künstler, Berlin; Alumni des berlin program for artists).

Wie lassen sich langfristige Modelle der Kunst- und Kulturförderung gestalten? Ausgehend von internationalen Initiativen wie W.A.G.E., New York, möchten wir in dieser Runde funktionierende Förderungsstrukturen im internationalen Kontext in den Fokus rücken und über nationale Förderungsmöglichkeiten diskutieren.

15:30 Uhr  · Performance mit Balz Isler


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