Eröffnung

Sam Vernon – Alter-Reservoir
Jakob Spengemann, Akinori Tao – While We’re Gone

Bild 1: Sam Venon, Alter-Reservoir (Detail), Kunsthaus Hamburg 2024, Courtesy Sam Vernon
Bild 2: Installationsansicht We’ll be right back!
– Akinori Tao und Jakob Spengemann, MOM art space 2021, © Akinori Tao & Jakob Spengemann, Foto: Jaewon Kim


Eröffnung
Freitag, 8. März, 19 Uhr
Es sprechen: Anna Nowak (Kunsthaus Hamburg) und Melanie Roumiguière (Berliner Künstlerprogramm des DAAD)
20 Uhr: DJ-Set von Nika Son


Jakob Spengemann
Akinori Tao
While We’re Gone

In ihrer eigens für das Kunsthaus Hamburg konzipierten Ausstellung While We’re Gone machen die beiden Künstler Jakob Spengemann und Akinori Tao offensichtliche Leerstellen zu bewussten Setzungen. Auf den ersten Blick scheint es, als ob der Ausstellungsort im Umbauprozess verlassen wurde. Erst im nächsten Moment lenken Skulpturen, Objets trouvés und Sound als subtile Interventionen die Aufmerksamkeit auf die Ränder des Raums, seine Macken und Unzulänglichkeiten. In einem atmosphärischen Spiel mit Uneindeutigkeiten wird die Ausstellungshalle zum Bindeglied zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, Produktion und Präsentation. Der Ort selbst bleibt ein „work in progress“.

Das Projekt weist auf die Vergänglichkeit des inszenierten Raums hin und hinterfragt die zeitlichen Potenziale von Architektur. Es thematisiert die ungewisse Zukunft und anhaltenden Nutzungsflächenverluste vieler Kunst- und Kulturschaffender in Hamburg. Damit reflektiert es auch den aktuellen Schwebezustand des Kunsthauses, das 1993 von seinem ursprünglichen Standort am Ferdinandstor in die Räume der ehemaligen Markthalle umgesiedelt wurde. Anstehende Sanierungsmaßnahmen und die Erweiterung der benachbarten Konzerthalle erfordern bald einen erneuten Umzug.

Kuratiert von Anna Nowak

Sam Vernon
Alter-Reservoir

Sam Vernon erschafft mit ihren ortsspezifischen Installationen dynamische Bildwelten. Institutionskritisch thematisiert sie Fragen der Repräsentation im Hinblick auf Arbeit, Gender und kulturelle Vielfalt. Die Künstlerin scannt, druckt und kopiert eigene Zeichnungen, Arbeiten auf Papier sowie gefundenes Material und setzt die Reproduktionen zu großformatigen Wandcollagen zusammen.

In ihrer ersten Einzelausstellung in Deutschland kommentiert Sam Vernon das Schicksal des Kunsthauses. Sie selbst ist bereits mehr als 30 Mal umgezogen und kennt die damit einhergehenden Herausforderungen sehr gut: Administration, Aufbewahrung, Archivierung. Passend zur Geschichte des Gebäudes, in dem sich das Kunsthaus Hamburg heute befindet, fokussiert sich die Installation Alter-Reservoir auf die Bedeutung von Arbeitspraktiken und die Überlieferung von Wissen und Geschichte. Als Markthalle für Blumen, Obst und Gemüse war es von gemeinschaftlicher Arbeit geprägt. In Vorbereitung auf die Ausstellung sichtete die Künstlerin die Archiv- und Lagerbestände des Kunsthauses. In ihren neu entstandenen Fotomontagen verknüpft sie autobiographische Erfahrungen mit historischem Material wie Ausstellungsplakaten, Portfolios von Künstler*innen, Objekten und Dokumenten der Institution. Durch die Spekulation über vergessene Ephemera, die sie als Versuch begreift, archivarisch Geschichte zu illustrieren, stellt sie eine Verbindung zum Ort her und schafft Bedeutung.

Kuratiert von: Anna Nowak (Kunsthaus Hamburg) und Melanie Roumiguière (Berliner Künstlerprogramm des DAAD)


Die Ausstellung von Sam Vernon wird gefördert vom Berliner Künstlerprogramm des DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA).