Aktuelle Kunsteditionen

Abbildungen:
1. Suse Bauer: Landschaft unter Aufsicht (Fedora), 2017
2. Chris Curreri, Untitled (Clay Portfolio), 2013
3. Kasia Fudakowski, Blinking Bonkers, 2016
4. Kate Newby, What a day, 2015
5. Aleen Solari, 4800, 2018


Preise und Informationen zu den Editionen

Der Erlös der Editionen fließt in die Finanzierung des Kataloges zur Ausstellung.

Suse Bauer
Landschaft unter Aufsicht (Fedora), 2017
Fine Art Print
50 x 70 cm
Auflage 10 + 1 AP, mit Zertifikat
€ 500,-

Die Künstlerin Suse Bauer (*1979, DE) beschäftigt sich mit der Frage, wie die Kunst als Mittlerin zum Skizzieren von Utopien eingesetzt wird und als Scharnier zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit agiert. Bauers Kompositionen entstehen auf Flächen, die von oben, aus der Aufsicht, wie archäologische Felder oder Landkarten angelegt sind. Die Weltsicht aus der vertikalen Perspektive gewinnt heute an Bedeutung etwa durch die Erschließung des Weltraums mit Satelliten oder durch den Einsatz von Drohnen zu wirtschaftlichen und militärischen Zwecken.

Den analytischen Blick ihrer Arbeitsweise aus der Vogelperspektive setzt Suse Bauer zum Beispiel am Scanner fort. Wie in den großformatigen Prints Landschaft unter Aufsicht (2018) erstellt sie ihre Kompositionen aus ungebranntem Ton als Momentauf- nahme direkt auf dem Flachbett. Das strukturierte Abtasten mithilfe des Scannerlichts eignet sich jedoch nicht als Erkenntniswerkzeug: Die Vorlage hat sich längst weiterentwickelt, die Wirklichkeit des Kunstwerks besteht nur noch in seinem Abbild.

Chris Curreri
Untitled (Clay Portfolio), 2013
Gelatine Silber Abzug
19,7 x 14,6 cm
aus einer Serie von 21 Motiven
€ 550,-

Weiche Lagen ausgerollten Tons legen sich in Falten. Am liebsten möchte man reingreifen; die formbare, feinporige Erde zwischen den Fingern fühlen, den Geruch der organischen, feuchten Masse einatmen und die plastische Konsistenz zu einer konkreten Form führen. Die Fotografien aus der Bildserie Untitled (Clayportfolio) entstanden während Chris Curreris einjährigem Keramikkurs am Toronto Gardiner Museum. Zu sehen sind die gescheiterten Experimente und Überbleibsel, die es nicht in die Brennöfen geschafft haben. Die zusammengefallenen Tonplatten und kollabierten Gefäße konfrontieren den Betrachter mit einer Formlosigkeit, die sich gegen eine Vollendung zu wehren scheint. Das Medium der Schwarzweißfotografie steht in einem starken Kontrast zu den haptischen und sinnlichen Elementen des Tons. Die kleinformatigen Aufnahmen erzeugen eine formelle Abstraktion und bauen eine Distanz auf. Entzieht sich der Betrachter der intensiven Anziehungskraft des Bildes und tritt einen Schritt zurück, können Zweifel auftreten. Sehen wir eine Momentaufnahme des Produktionsprozesses oder das Ergebnis des Scheiterns? In seiner Arbeit (Fotografie, Skulptur und Film) beschäftigt sich Curreri regelmäßig mit der Idee, dass Objekte nicht durch ihre Eigenschaften definiert werden, sondern durch unsere Beziehung zu diesen.

Kasia Fudakowski
Blinking Bonkers, 2016
Keramik, Glasur, Nylon, Draht
30 x 5 x 5 cm
Auflage 5 + 2 AP, sign., dat., num.
€ 1.070,- (€ 970,- für Mitglieder der GAK)

Kasia Fudakowskis Arbeiten verorten sich oft zwischen Körperlichkeit und Abstraktion und beinhalten einen Hang zum Absurden und Humoristischen. So auch ihre Jahresgabe. Diese setzt sich zusammen aus fünfzehn aus Keramik gefertigten Augenlidern in Lebensgröße, welche die Künstlerin mit Kunstwimpern beklebt und zu einem einem absurd-dadaistischen Augenlider-Mobile zusammengestellt hat. Mit dem Titel Blinking Bonkers schafft Fudakowski eine humorvolle Verbindung zur Form der Augenlider, da dieser auf der einen Seite auf das Augenzwinkern (engl. „to blink“), aber auch auf eine umgangssprachliche Form des Verrückt- oder Irre-Seins (engl. „to be bonkers“) anspielt. Außerdem lässt sich der britische Ausdruck „to be on the blink“ damit übersetzen, dass etwas kaputt ist oder nicht richtig funktioniert. Durch die Kombination der verschiedenen Titelbedeutungen und der äußeren Erscheinung der Arbeit entsteht ein Bild von Lidern, die die Betrachter/innen verrückt anblinzeln, als könnten sie ihren Augen nicht trauen.

Kate Newby
What a day, 2015
Set aus 4 glasierten Keramiken
Maße variabel
5 Unikate (mit Zertifikat)
€ 850,-
(€ 750,- für Mitglieder der GAK)

Steine spielen in Kate Newbys Schaffen eine wesentliche Rolle: Sie werden als Originale oder Nachbildungen in die Oberflächen ihrer Betonobjekte eingelassen oder in den Charakter eigenständiger Bildhaftigkeit gerückt. Letzteres ist der Fall in ihren Jahresgaben für die GAK. Sie erinnern an Fundstücke von Fluss- oder Meerufern, an flache Kiesel, Korallen oder bucklige Steine. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um Zufallsprodukte der Natur, sondern um liebevoll geformte Objekte aus Keramik, gebrannt und mit glänzenden oder matten Glasuren unterschiedlicher Farbe versehen. Kleine Unikate, die sich variabel platzieren lassen: einzeln oder als Ensemble, auf einem Sockel, Regal oder Tisch. Es wäre auch im Sinne der Künstlerin, sie vom Innen- in den Außenraum und damit in ihre (vermeintlich) natürliche Umgebung zu überführen, etwa indem man sie einem Haufen natürlicher Steine hinzufügt oder sie über die Wasseroberfläche flitschen und somit in der Tiefe verschwinden lässt. Wo und wie sich das Werk konstituiert, ist nicht eindeutig festgelegt – ein Moment der bewusst entschiedenen Unbestimmbarkeit, das wesentlich für Kate Newby ist. Ihre Arbeiten sind oft ephemer und bewegen sich am Rande des Wahrnehmbaren.

Aleen Solari
4800, 2018
glasierte Keramik
Unikate
zwischen €30,- und € 80,-

Die Edition 4800 der Künsterlin Aleen Solari verbindet Gegensätzliches miteinander. Ihre für das Kunsthaus angefertigten Aschenbecher sind in zarten Pastellfarben gehalten, die Ränder geschwungen und auffällig mit Schmetterlingen, Blumen und Obst dekoriert. Die Motive rufen nicht unbedingt herkömmliche Assoziationen mit Aschenbechern hervor. Der bittere Geschmack von Tabak sowie der strenge Geruch von kaltem Rauch lassen sich schwer mit dem süßen Duft von Blumen und Obst verbinden. Dieser Kontrast wird durch die installative Präsentation der Arbeiten betont, die Aschenbecher sind gefüllt mich Asche, abgebrannten (Keramik-) Zigaretten und Abfallresten.

Die Tonarbeiten von Solari sind immer auch Gebrauchsgegenstände und tragen einen performativen Teil in sich, so dass der Nutzer – bewusst oder unbewusst – ganz automatisch in einem Diskurs mit der Arbeit steht. Was macht ein Objekt zu einem Gebrauchsgegenstand? Die Intention des Schöpfers, der Kontext der Herstellung oder der konkrete Umgang mit dem Produkt?

Weitere Editionen zur Ausstellung sind in Arbeit.