
Daniel Hopp, Fictional Healing, 2025/26, Filmstill, Produktion: ania maria wanda, Courtesy der Künstler
Freitag, 27.3.2026, 19 Uhr
Eröffnung
Daniel Hopp
Fictional Healing
Einführung: Anna Nowak
DJ-Set: L.F.T.
Eintritt frei
Transitorte, wie Bahnhöfe oder öffentliche Plätze, sind Räume, an denen gesellschaftliche Brüche besonders sichtbar werden – etwa am Leopoldplatz in Berlin oder rund um das Drob Inn, eine Kontakt- und Beratungsstelle mit Drogenkonsumräumen unweit des Hamburger Hauptbahnhofs. Suchterkrankungen, Obdachlosigkeit und akute Überlebensstrategien treffen hier auf urbane Mobilität, Konsum, Kunst und Kultur. Genau an diesem Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Brüche setzt Daniel Hopps Arbeit an.
Im Zentrum seiner ersten institutionellen Einzelausstellung steht die mehrteilige Filminstallation Fictional Healing. Darin hinterfragt der Künstler stigmatisierende Narrative über Abhängigkeit und entwirft Bilder von Fürsorge, die neue Handlungsspielräume öffnen. Die immersive Installation verbindet Humor und Ernst und schafft dabei einen Resonanzraum, in dem kollektive Imagination Selbstermächtigung ermöglicht. Ausgehend von eigenen Erfahrungen entwickelt Daniel Hopp in beziehungsorientierten Prozessen gemeinsam mit suchtbetroffenen Menschen dokufiktionale Filmszenen. Ihre persönlichen Geschichten, Träume und Fantasien werden in Interviews verhandelt und mit Laiendarsteller*innen und professionellen Schauspieler*innen neu inszeniert. Ergänzend eröffnet eine Reihe von Kurzfilmen Einblicke in die Biografien der Protagonist*innen.
Innerhalb einer monumentalen Raumarchitektur verdichten sich Filme und KI-generierte Bilder zu einer eindringlichen Erfahrung, getragen von einer Soundlandschaft, die sich über die gesamte Halle entfaltet. So macht die Ausstellung soziale Brennpunkte sichtbar und zeigt, wie Realität, Dokumentation, kollektive Imagination und filmische Fiktion miteinander verschränkt werden – zu einem Werk, das Betroffenen eine Stimme gibt, das berührt, irritiert und Fragen nach Verantwortung, Repräsentation und Teilhabe aufwirft.
Kuratiert von Anna Nowak
Produktion: ania maria wanda
Mit freundlicher Unterstützung von
