{"id":6780,"date":"2018-11-13T14:15:28","date_gmt":"2018-11-13T13:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/?p=6780"},"modified":"2018-11-13T14:15:28","modified_gmt":"2018-11-13T13:15:28","slug":"hamburger-erklaerung-der-vielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/hamburger-erklaerung-der-vielen\/","title":{"rendered":"HAMBURGER ERKL\u00c4RUNG DER VIELEN"},"content":{"rendered":"<h2><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6719 img-fluid mx-auto\" src=\"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3780_WirSindViele_WEB.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3780_WirSindViele_WEB.jpg 720w, https:\/\/kunsthaushamburg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3780_WirSindViele_WEB-300x175.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\"\/><a href=\"https:\/\/www.dievielen.de\">Hamburger Erkl&auml;rung der Vielen<\/a><\/strong><\/h2>\n<p><strong>We are afraid there is no English version of this text available.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kunst schafft einen Raum zur Ver&auml;nderung der Welt<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland stehen wir nicht &uuml;ber den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die gr&ouml;&szlig;ten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur fl&auml;chendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende. Als Kulturschaffende in Deutschland tragen wir deshalb eine besondere Verantwortung.<\/p>\n<p>Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene R&auml;ume, die Vielen geh&ouml;ren. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss t&auml;glich neu verhandelt werden &ndash; aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen M&ouml;glichkeiten!<\/p>\n<p>Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegen&uuml;ber. Rechte und nationalistische Gruppierungen und Parteien st&ouml;ren Veranstaltungen, wollen in Spielpl&auml;ne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.<\/p>\n<p>Ihr ver&auml;chtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verr&auml;t, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverh&auml;ltnisse zu ihren Gunsten ver&auml;ndern w&uuml;rden.<\/p>\n<p>Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Alltag. Die extreme Rechte ist ein Symptom davon. Dieses B&uuml;ndnis will nicht nur Symptome bek&auml;mpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir m&uuml;ssen die Kunst- und Kulturr&auml;ume sowie unsere Gesellschaft &ouml;ffnen, damit wir wirklich Viele werden!<\/p>\n<p>Wir als Unterzeichnende der Hamburger Theater, Kunst- und Kultureinrichtungen und ihrer Interessensverb&auml;nde begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung.<\/p>\n<ul>\n<li>Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen f&uuml;hren den offenen, aufkl&auml;renden, kritischen Dialog &uuml;berStrategien, die die Gesellschaft der Vielen angreifen. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum&nbsp;in der &Uuml;berzeugung, dass die beteiligten H&auml;user den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische&nbsp;fortzuentwickeln.<\/li>\n<li>Wir, die Unterzeichnenden, bieten kein Podium f&uuml;r v&ouml;lkisch-nationalistische Propaganda.<\/li>\n<li>Wir, die Unterzeichnenden, wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen f&uuml;r ihre&nbsp;Zwecke zu instrumentalisieren.<\/li>\n<li>Wir, die Unterzeichnenden, verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch rechte Ideologien immer weiter an den&nbsp;Rand der Gesellschaft gedr&auml;ngt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Solidarit&auml;t statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Selbstverpflichtung Hamburger Erkl&auml;rung<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<ol>\n<li>Als Unterzeichner*innen sind ausschlie&szlig;lich Kultureinrichtungen, Kunstinstitutionen, Theater, Museen und ihre&nbsp;Interessensvertretungen oder Verb&auml;nde angefragt.<\/li>\n<li>Mit der Unterzeichnung erkl&auml;ren sich die Leitungspersonen oder das Leitungsteam bereit, den Text der Erkl&auml;rung&nbsp;innerhalb der eigenen Organisation unter Mitarbeiter*innen, Ensemblemitgliedern, Kurator*innen, Publikum und&nbsp;Besucher*innen bekannt zu machen und zur Diskussion zu stellen.<\/li>\n<li>Die Erkl&auml;rung wird auf der Internetseite, im Programmheft, als Aushang im Foyer uvm. ver&ouml;ffentlicht.<\/li>\n<li>Die unterzeichnenden Kultureinrichtungen werden auf der Homepage www.dievielen.de sichtbar gemacht. Eine&nbsp;Verlinkung ist gew&uuml;nscht.<\/li>\n<li>Die golden&ndash;glitzernde Rettungsdecke, das Symbol der Vielen, soll je nach Corporate Design der Einrichtung&nbsp;Anwendung im Zusammenhang mit der Erkl&auml;rung finden &ndash; ob als Layout-Hintergrund, als Icon oder golden-gl&auml;nzend&nbsp;hinterlegte Schrift (Tool-Kit wird bereitgestellt).<\/li>\n<li>Die Unterzeichnenden bereiten Informationsveranstaltungen, Gespr&auml;che und Aktivit&auml;ten im Sinne der vier&nbsp;Handlungsebenen der Erkl&auml;rung vor, die Termine werden gemeinsam &uuml;ber <a href=\"http:\/\/www.dievielen.de\/\">www.dievielen.de<\/a>&nbsp;kommuniziert.<\/li>\n<li>Im Rahmen der eigenen Pressearbeit und einer zentralen Pressekonferenz werden die Erkl&auml;rung und die Kampagne mit&nbsp;Stichtag zum 9. November ver&ouml;ffentlicht. Aktionen zum Kampagnenstart wie das Hissen der goldenen Rettungsdecken an&nbsp;den Kulturorten, erste Informationsveranstaltungen, Lesungen uvm. werden selbstst&auml;ndig realisiert und gemeinsam<br \/>\nkoordiniert.<\/li>\n<li>Die Kampagne zur Erkl&auml;rung der Vielen hat einen regionalen Charakter und wird &uuml;ber regionale Zusammenschl&uuml;sse von&nbsp;Kultureinrichtungen als &bdquo;Hamburger, K&ouml;lner, Dresdener uvm. Erkl&auml;rung der Vielen&ldquo; bundesweit verbreitet.<\/li>\n<li>Neben den unterzeichnenden Kultureinrichtungen k&ouml;nnen ab dem Tag der Erstver&ouml;ffentlichung in einer Region&nbsp;(Hamburg, Berlin, D&uuml;sseldorf und Dresden zum 9. November 2018) auch Einzelpersonen und K&uuml;nstler*innengruppen ihre&nbsp;Zustimmung als Unterst&uuml;tzende per Mail an unterstuetzung@dievielen.de erkl&auml;ren. (Kultureinrichtungen k&ouml;nnen sich als&nbsp;Unterzeichnende nat&uuml;rlich auch noch nach dem 9. November mit der Erkl&auml;rung verbinden unter <a href=\"mailto:erklaerung@dievielen.de\">erklaerung@dievielen.de<\/a>.)<\/li>\n<li>Die unterzeichnenden Einrichtungen beteiligen sich aktiv an einer bundesweiten Kampagne mit Aktionstagen,&nbsp;Dialogforen und der Mobilisierung zu einer &bdquo;Gl&auml;nzenden Demonstration der Kunst und Kultur &ndash; Solidarit&auml;t statt&nbsp;Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!&ldquo; in Berlin zum Mai 2019 (voraussichtlich Samstag, den 11. Mai&nbsp;2019).<\/li>\n<li>Die Unterzeichnenden verpflichten sich zu gegenseitiger Solidarit&auml;t mit Kultureinrichtungen und Akteur*innen der&nbsp;K&uuml;nste, die durch Hetze und Eingriffe in die Freiheit der Kunst unter Druck gesetzt werden.<\/li>\n<li>Die Unterzeichnenden bleiben durch regelm&auml;&szlig;ige Treffen im Austausch miteinander. Sie verpflichten sich au&szlig;erdem zu&nbsp;einer kritischen &Uuml;berpr&uuml;fung der Ausschlussmechanismen und zur St&auml;rkung der Diversit&auml;t im eigenen Arbeitsumfeld&nbsp;sowie im Zusammenschluss der Vielen.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kunsthaus Hamburg solidarisiert sich mit der<em> Erkl\u00e4rung der Vielen<\/em\n<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":6720,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","inline_featured_image":false},"categories":[14],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6780"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6780"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6780\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6781,"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6780\/revisions\/6781"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6720"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunsthaushamburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}